Wie ungewöhnlich ist es, vor dem 30. Lebensjahr Millionär zu werden – und welche Faktoren sind dabei wirklich entscheidend?


Wichtige Erkenntnisse (Key Takeaways)

Millionäre unter 30 Jahren sind selten – nur etwa 1,4 % der 18- bis 29-Jährigen verfügen über ein Nettovermögen von 1 Million US-Dollar oder mehr.
Viele junge Millionäre besitzen ihr Vermögen nicht in Form von Bargeld, da ein großer Teil davon in Vermögenswerten gebunden ist, die nicht leicht zugänglich oder schnell zu Geld zu machen sind.
Erbschaften, Beteiligungen an Start-ups und konzentrierte Investitionen machen häufig einen erheblichen Teil dieses Vermögens aus.

Wenn man lange genug durch soziale Medien scrollt, kann leicht der Eindruck entstehen, dass jeder vor seinem 30. Geburtstag Millionär wird. Die meisten sind es jedoch nicht – nicht einmal annähernd.

Daten der US-Notenbank (Federal Reserve) zeigen, dass es sehr selten ist, bereits in jungen Jahren Millionär zu werden – auch wenn soziale Medien oft ein anderes Bild vermitteln.

Wenn du deine finanziellen Meilensteine mit denen von Millionären unter 30 vergleichst, verwendest du den falschen Maßstab. Soziale Medien blenden die große Mehrheit der Menschen aus, deren finanzielle Entwicklung deutlich unspektakulärer verläuft. Deshalb lohnt es sich, den tatsächlichen Daten mehr Vertrauen zu schenken.

Der 1,4-%-Club: Wie wenige Menschen in ihren Zwanzigern Millionäre werden

Wenn man einen Millionär als jemanden definiert, dessen Nettovermögen (Vermögenswerte minus Schulden) mindestens 1 Million US-Dollar beträgt, kommen nur sehr wenige Menschen unter 30 Jahren diesem Ziel nahe.

Laut der Survey of Consumer Finances (SCF) der Federal Reserve unterscheiden sich die Zahlen innerhalb dieser Altersgruppe. Die zuletzt verfügbaren Daten stammen aus dem Jahr 2022; eine Aktualisierung wird später in diesem Jahr erwartet.
It’s also worth noting that a significant share of each group has a negative net worth, meaning they owe more than they own.
What “$1 Million” Really Looks Like for Young Millionaires
Even within this already small group, “millionaire” can mean very different things—and who has it is often shaped by opportunity, access, and plain luck.
Welche Faktoren spielen eine Rolle?
1. Erbschaften und familiäre Unterstützung

Ein erheblicher Teil der jungen Millionäre verdankt sein Vermögen nicht ausschließlich eigener Arbeit. Erbschaften, Schenkungen oder finanzielle Unterstützung durch die Familie können den Vermögensaufbau erheblich beschleunigen.

2. Unternehmertum

Viele der bekanntesten jungen Millionäre haben Unternehmen gegründet oder Anteile an erfolgreichen Start-ups erworben. Wer früh ein erfolgreiches Geschäftsmodell entwickelt, kann innerhalb weniger Jahre ein beträchtliches Vermögen aufbauen. Gleichzeitig ist das Risiko hoch, denn die Mehrheit aller Start-ups scheitert.

3. Hohe Einkommen

Gut bezahlte Berufe in Bereichen wie Technologie, Finanzen, Medizin oder Unternehmensberatung bieten die Möglichkeit, bereits in jungen Jahren hohe Einkommen zu erzielen. In Kombination mit diszipliniertem Sparen und Investieren kann dies den Weg zum Millionär ebnen.

So setzt sich dieses Vermögen häufig zusammen:

Erbschaften oder unerwartete Geldzuflüsse (Windfalls): Familienvermögen – etwa durch Schenkungen, Treuhandfonds oder Versicherungsleistungen – kann das Nettovermögen bereits lange vor dem Erreichen eines entsprechenden Einkommens über die Marke von 1 Million US-Dollar heben. Auch Lottogewinne zählen dazu, allerdings sind die Chancen darauf verschwindend gering.
Papiervermögen: Beteiligungen an Start-ups, Aktienoptionen oder stark konzentrierte Investitionen können heute einen Wert von über 1 Million US-Dollar haben. Dieser Wert kann jedoch deutlich sinken, wenn sich die Investition nicht wie erwartet entwickelt.
Selbst erarbeitetes Vermögen: Die kleinste Gruppe von jungen Millionären baut ihren Reichtum durch hohe Einkommen, konsequentes Sparen und in manchen Fällen durch starke Renditen an den Finanzmärkten auf.
Wann Erbschaften typischerweise anfallen

Wann Erbschaften üblicherweise ausgezahlt werden (oder kurz: Der typische Zeitpunkt von Erbschaften) ist die Übersetzung der Überschrift „When Inheritances Typically Happen“.
Wie soziale Medien die Erwartungen verzerren

Soziale Medien können dazu führen, dass Ausnahmefälle als etwas Gewöhnliches erscheinen – etwa ein 28-Jähriger, der 200 Dollar in Kryptowährungen investiert und daraus ein Vermögen in Millionenhöhe macht. Dagegen wird ein 28-Jähriger, der durch regelmäßige Einzahlungen in einen 401(k)-Rentenplan und ein Roth-IRA-Konto langfristig Vermögen aufbaut, wahrscheinlich nie viral gehen.

Hinzu kommt der sogenannte Survivorship Bias (Überlebendenverzerrung), der leicht den Eindruck entstehen lässt, dass etwas Ungewöhnliches eigentlich der Normalfall sei. Die meisten Start-ups scheitern – wir hören nur selten von ihnen.

Da die meisten Menschen nicht zur Gruppe der Millionäre gehören, kann die Konzentration auf Erfolgsgeschichten die Erwartungen verzerren – insbesondere dann, wenn diese Geschichten als Erfolgsrezept betrachtet werden, anstatt als das, was sie tatsächlich sind: seltene Ausnahmefälle.

Außerdem wird dadurch oft verwischt, was es überhaupt bedeutet, ein „Millionär“ zu sein. Viele Menschen, die sich als Millionäre bezeichnen, sind sogenannte „Papiermillionäre“. Ihr Vermögen steckt beispielsweise in Start-up-Anteilen, die sich nicht ohne Weiteres verkaufen lassen, in stark schwankenden Kryptowährungen oder in Immobilien, deren Wert von einem überhitzten Markt abhängt.
Auf einem Bildschirm mag das beeindruckend aussehen, doch es bedeutet nicht automatisch, dass dieses Vermögen dauerhaft verfügbar oder problemlos ausgabefähig ist.